Vorstrafe und Führerschein – Wann wird die Fahrerlaubnis entzogen?

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Wie sich strafrechtliche Einträge auf Ihre Fahrerlaubnis auswirken und was Sie beachten sollten

Nicht nur Verkehrsverstöße, auch allgemeine Vorstrafen können Auswirkungen auf den Führerschein haben. Doch wann ist das wirklich der Fall? In diesem Blog beleuchten wir, unter welchen Umständen strafrechtliche Verurteilungen zur Entziehung der Fahrerlaubnis führen, wie die Behörde entscheidet, und welche Rolle ein rechtsanwalt verkehrsrecht dabei spielen kann.

Einleitung: Wenn Strafrecht auf Verkehrsrecht trifft

Viele Menschen gehen davon aus, dass nur Verkehrsdelikte wie Alkohol- oder Drogenfahrten zur Entziehung der Fahrerlaubnis führen. Doch auch allgemeine Straftaten – etwa Körperverletzung, Betrug oder Drogendelikte – können Konsequenzen für die Fahrerlaubnis haben.

Insbesondere dann, wenn Zweifel an der charakterlichen Eignung zum Führen eines Kraftfahrzeugs entstehen, kann die Führerscheinstelle reagieren – teils sofort, teils durch die Anordnung einer MPU.


Wann spielt eine Vorstrafe für den Führerschein eine Rolle?

Nicht jede Vorstrafe führt automatisch zum Entzug der Fahrerlaubnis. Entscheidend sind folgende Kriterien:

  • Art der Straftat
    – Gewalt-, Drogen- oder Vermögensdelikte sind besonders relevant.

  • Bezug zum Straßenverkehr
    – Wenn die Tat mit dem Straßenverkehr zusammenhängt (z. B. Fahrerflucht), ist der Entzug fast sicher.

  • Charakterliche Eignung
    – Die Führerscheinstelle prüft, ob jemand grundsätzlich geeignet ist, ein Fahrzeug verantwortungsvoll zu führen.

Hier greift § 11 FeV (Fahrerlaubnis-Verordnung), wonach auch strafrechtliche Erkenntnisse zur Beurteilung der Fahreignung verwendet werden dürfen.


Beispiele für Vorstrafen mit Relevanz für den Führerschein

1. Drogendelikte (BtMG-Verstöße)
Auch wenn der Verstoß nicht im Straßenverkehr geschah – wer mit Drogen handelt oder sie in größeren Mengen besitzt, wird oft zur MPU verpflichtet.

2. Körperverletzung & aggressive Delikte
Hier stellt sich die Frage nach Impulskontrolle – also ob die Person in Stresssituationen gefährlich handeln könnte.

3. Betrug oder Diebstahl
Hier prüft die Behörde oft die Zuverlässigkeit – relevant etwa für Berufskraftfahrer.


Wie erfährt die Führerscheinstelle von einer Vorstrafe?

Über die Vernetzung von Justiz, Polizei und Verwaltung wird die Führerscheinstelle meist automatisch informiert, wenn:

  • Ein rechtskräftiges Strafurteil vorliegt

  • Das Urteil eine Geldstrafe von mehr als 90 Tagessätzen oder eine Freiheitsstrafe beinhaltet

  • Ein Verkehrsbezug gegeben ist

Die Behörde kann daraufhin eine MPU oder sofortige Entziehung der Fahrerlaubnis anordnen.


Wie läuft das Verfahren bei Zweifeln an der Fahreignung ab?

Wenn eine Vorstrafe gemeldet wird, prüft die Führerscheinstelle:

  • Ob ein Zusammenhang mit dem Straßenverkehr besteht

  • Ob die charakterliche Eignung noch gegeben ist

  • Ob zusätzliche Gutachten notwendig sind

Mögliche Konsequenzen:

  • Aufforderung zur Vorlage eines medizinisch-psychologischen Gutachtens (was ist eine mpu)

  • Sofortige Entziehung der Fahrerlaubnis

  • Anhörung mit Möglichkeit zur Stellungnahme


Was tun, wenn die Behörde Zweifel äußert?

Sobald Sie ein Schreiben erhalten, in dem Ihre Eignung angezweifelt wird, gilt: Ruhe bewahren und rechtlich beraten lassen.

Ein rechtsanwalt verkehrsrecht oder führerschein anwalt kann:

  • Akteneinsicht beantragen

  • Die Entscheidung der Behörde bewerten

  • Bei fehlerhafter Grundlage Widerspruch einlegen

  • MPU-Anordnung juristisch prüfen lassen


Gibt es eine Verjährung bei alten Vorstrafen?

Ja. Vorstrafen verlieren nach Ablauf gewisser Fristen ihre Relevanz:

  • 5 Jahre bei Geldstrafen unter 90 Tagessätzen

  • 10 Jahre bei Freiheitsstrafen unter 1 Jahr

  • 15 Jahre bei schweren Straftaten

Solange die Frist nicht abgelaufen ist, kann die Führerscheinstelle jedoch jederzeit darauf zurückgreifen.


Bedeutung für die MPU: Was sollten Sie beachten?

Wenn die Führerscheinstelle eine MPU anordnet, sind Vorstrafen Teil der Gesamtbewertung. Fragen wie:

  • Warum kam es zur Straftat?

  • Was haben Sie daraus gelernt?

  • Wie haben Sie sich verändert?

…spielen eine zentrale Rolle in der Bewertung der charakterlichen Eignung.

Daher ist eine gute Vorbereitung mit MPU Coaching, idealerweise begleitet durch einen mpu anwalt, entscheidend.


Weitere Schlüsselbegriffe in diesem Kontext:

  • mpu anwalt [mpu attorney] – Unterstützung bei rechtlicher Kommunikation

  • ordnung polizei [public order police] – liefert relevante Daten an Behörden

  • mpu bedeutung [meaning of MPU] – Bewertung von Eignung und Verantwortung

  • was ist mpu [what is MPU] – medizinisch-psychologische Untersuchung

  • fragen zur mpu [questions about MPU] – sollte man vorher durchgehen

  • mpu forum [mpu forum] – für Erfahrungsberichte anderer Betroffener


Wie kann man sich verteidigen?

Auch wenn Sie eine Vorstrafe haben, heißt das nicht automatisch den Verlust des Führerscheins.

Mögliche Verteidigungsstrategien:

  • Tat war Einzelfall, ohne Zusammenhang zum Straßenverkehr

  • Positive Sozialprognose, z. B. keine Wiederholung, geregeltes Leben

  • Therapeutische Maßnahmen wurden bereits ergriffen

  • Nachweisbare Verhaltensänderung durch MPU-Vorbereitung

Je früher man handelt, desto besser sind die Chancen auf eine faire Beurteilung.


Fazit: Vorstrafe bedeutet nicht Fahrverbot – aber Vorsicht ist geboten

Eine Vorstrafe kann den Führerschein gefährden – muss es aber nicht. Entscheidend ist die Art der Tat, das Verhalten danach und die Vorbereitung auf mögliche MPU-Maßnahmen. Mit juristischer Unterstützung und offener Kommunikation können Sie aktiv Einfluss auf die Entscheidung der Behörde nehmen.

Karl Legal

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